Viele haben es schon geahnt, jetzt ist es soweit. Am 14. April hat Amazon die neuen Amazon Royalty Tiers 2026 für Merch on Demand im US-Markt angekündigt. Ab 1. Juni ändert sich die Mathematik für jeden einzelnen Seller. Ich mach Merch on Demand seit 2015, und wenn du so lange dabei bist, kennst du das Muster: Erst kommt die Ankündigung, dann die Verschiebung der Spielregeln, dann die Realität. In dem Artikel zeig ich dir, was sich ändert, wer in welche Stufe fällt, welche Mathematik du ab sofort neu rechnen musst und wie der 4-Schritte-Plan bis zum 18. Mai aussieht, damit du im Juni nicht auf Creator-Level abrutschst. Außerdem erkläre ich, warum ich mich schon 2025 voll auf den US-Markt fokussiert hab und was diese Änderung strategisch bedeutet.
TL;DR
- Ab 1. Juni 2026 splittet Amazon die US-Royalties in drei Stufen: Creator (−48 %), Plus (+3 %), Premium (+11 %), bezogen auf ein 19,99 $ Shirt.
- Einstufung rollierend über die letzten 60 Tage, Cutoff für die Juni-Einordnung ist der 18. Mai 2026.
- Plus braucht mindestens 15 % Non-organic Traffic und 10 Units pro Monat, Premium mindestens 35 % und 10 Units pro Monat.
- EU-Seller bleiben komplett unverändert, Gott sei Dank 0 % Änderungen für Deutschland, UK und Co.
- Breakeven-ACoS auf Creator-Level liegt bei rund 12 %, auf Plus und Premium bei rund 24 bis 26 %. Wer organisch verkauft und keine Ads fährt, arbeitet ab Juni zu fast der Hälfte für Amazon.
1. Was Amazon am 14. April angekündigt hat
Amazon hat am 14. April 2026 im MBA Message Center und per E-Mail („Update to Royalty Terms“, Absender „Merch on Demand“) eine grundlegende Neuordnung der US-Royalty-Struktur verkündet, die am 1. Juni 2026 in Kraft tritt. Statt einer einheitlichen Tantieme pro Shirt gibt’s ab dann drei Lizenzgebührengruppen, die sich daran orientieren, wie viel Traffic du selbst auf deine Listings bringst.
Bei mir war die Mail übrigens irgendwo im Spam-Ordner verschollen. Ich hab gut eine Stunde gebraucht, bis ich sie gefunden hab. Such also nach „Merch on Demand“ in deinem Gmail-Updates-Tab oder im Spam, falls dir nichts aufgefallen ist. Die offizielle Quelle findest du auf der offiziellen Amazon-Royalty-Seite.

Die Logik dahinter ist simpel: Amazon belohnt ab Juni aktive Seller, die eigenen Traffic auf die Plattform bringen, und bestraft alle, die rein organisch über die interne Suche verkaufen. Wer heute schon seine Kennzahlen im Blick hat, zum Beispiel mit einem ACoS/ROAS-Rechner, ist klar im Vorteil, weil er die neue Breakeven-Logik sofort sauber rechnen kann.
Heißt im Klartext, und das ist der Kern der Ansage: Wer nix tut, verliert. Wer Ads fährt, bleibt stabil oder verdient sogar mehr.
2. Creator, Plus, Premium Tier Merch: Die drei Stufen im Überblick
Die drei neuen Tiers orientieren sich am Anteil Non-organic Traffic und an einer Mindest-Verkaufszahl pro Monat. Creator ist der Basiswert für alle ohne externen oder Ads-Traffic. Plus verdoppelt die Creator-Rate bei mindestens 15 % Non-organic-Anteil, Premium geht bei mindestens 35 % nochmal rauf.
Hier die Zahlen für ein 19,99 $ Shirt, die derzeit kursieren und auf der Amazon-Seite bestätigt sind:
| Tier | Royalty 19,99 USD | Δ zu heute | Non-organic-Anforderung | Units/Monat US | Breakeven-ACoS |
|---|---|---|---|---|---|
| Creator | 2,44 USD | −48 % | < 15 % | kein Mindestwert | ~12 % |
| Heute (Referenz) | 4,73 USD | 0 % | — | — | ~24 % |
| Plus | 4,88 USD | +3 % | ≥ 15 % | ≥ 10 | ~24 % |
| Premium | 5,27 USD | +11 % | ≥ 35 % | ≥ 10 | ~26 % |

Wer jetzt rein organisch fährt, arbeitet ab Juni zu 48 % für Amazon, nicht für sich. Das ist ätzend, und ich find’s wirklich richtig ätzend. Weil man als Seller, der seit Jahren das System füttert, mit neuen Designs, mit Kreativität, mit Zeit, plötzlich erklärt bekommt: „Entweder du bringst uns Traffic, oder wir halbieren deine Marge.“
Plus dagegen ist die realistische Standard-Liga für jeden, der halbwegs aktiv Ads schaltet. Die 15 %-Hürde ist überschaubar, und die +3 % gegenüber heute sind zwar kein Grund zum Jubeln, aber immerhin kein Rückschritt. Premium mit +11 % ist interessant, weil du da wirklich mehr in Ads reinpumpen kannst, ohne dass sich die Gesamtrechnung verschlechtert.
Willst du die neue Mathematik für deine eigenen Designs durchspielen, schnapp dir kurz den MOD Royalty-Rechner und spiel die drei Stufen für deine echten Verkaufspreise durch. Macht Sinn, weil 19,99 $ ja nur ein Referenzpreis ist.
3. Non-organic Traffic Amazon: Was genau zählt
Als Non-organic Traffic zählt laut Amazon alles, was nicht aus der internen Amazon-Suche oder den regulären Browse-Flows kommt: Sponsored Products (also deine eigenen Amazon-Ads), Sponsored Brands, externe Ads aus Google, Meta oder TikTok, Social-Media-Posts mit Direktlink, Pinterest-Pins, Newsletter-Links, Blog-Mentions. Alles, was per Tracking-Parameter oder Referrer als „von außen“ erkennbar ist.
Ich schalte seit Jahren keine Meta- oder Google-Ads auf Amazon-Listings und werd es auch 2026 nicht tun. Reine CPA-Roulette. Du kannst keinen Pixel auf Amazon installieren, du siehst keine sauberen Conversions, und die CPCs sind in fast jeder Nische heute schon so hoch, dass die Rechnung selten aufgeht. Was bleibt als realistischer Hebel: Amazon Sponsored Products. Die laufen über den Amazon Ads Tracker und werden von Amazon zu 100 % als Non-organic gewertet.
4. So findest du raus, in welchem Tier du landest
Die schnellste Antwort steht in der E-Mail „Update to Royalty Terms“, die Amazon am 14. April rausgeschickt hat. Mach sie auf, und du siehst direkt deinen aktuellen Status Creator, Plus oder Premium, basierend auf den letzten 60 Tagen bis zum Stichtag der Mail. Findest du die Mail nicht, check zusätzlich den MBA Royalty Report der letzten 60 Tage und rechne deinen Non-organic-Anteil selbst grob aus.

Wichtig dabei: Die Einstufung ist rollierend. Amazon schaut jeden Monat auf die letzten 60 Tage zurück und ordnet dich neu ein. Heißt, wenn du heute Creator bist, kannst du durch gezielte Ads in den nächsten vier Wochen noch in die Plus-Stufe rutschen, vorausgesetzt du knackst die 15 % und die 10 Units pro Monat.
Bei mir selbst zeigt die Mail „Plus Tier“, und mein Plan für die nächsten Wochen ist, durch aufgedrehte Sponsored-Products-Budgets den Non-organic-Anteil über 35 % zu drücken. Ziel: Zum 1. Juni direkt im Premium-Segment starten.
Was, wenn du die Mail gar nicht bekommen hast?
Dann bist du höchstwahrscheinlich im Creator-Tier. Amazon hat die Mails laut eigener Aussage an alle US-aktiven Seller verschickt, aber in der Praxis landen die im Updates-Tab oder im Spam. Such gezielt nach dem Absender „Merch on Demand“ oder dem Betreff „Update to Royalty Terms“.
5. Breakeven ACoS Merch on Demand: Die neue Mathematik
Dein Breakeven-ACoS ist der Punkt, an dem deine Werbeausgaben genau deine Tantieme auffressen. Formel: Royalty geteilt durch Verkaufspreis mal 100. Ab dem 1. Juni wird dieser Wert je nach Tier radikal unterschiedlich sein. Genau hier hängen die meisten MBA-Seller im Juni fest.
Rechnen wir’s für ein 19,99 $ Shirt konkret durch:
Heute (Referenz): 4,73 $ ÷ 19,99 $ = 23,7 % Breakeven-ACoS
Plus-Tier: 4,88 $ ÷ 19,99 $ = 24,4 % Breakeven-ACoS
Premium-Tier: 5,27 $ ÷ 19,99 $ = 26,4 % Breakeven-ACoS
Heißt im Klartext: Wer mit seinem ACoS aktuell schon bei 40 % plus sitzt und auf Creator-Level abrutscht, hat ein echtes Problem. Da hilft keine Bid-Optimierung, da hilft Preise anheben oder Portfolio ausmisten. Meine eigenen Amazon-Ads-Werte 2025 lagen bei 26,3 % ACoS auf US. Das ist in der neuen Welt knapp profitabel auf Premium-Tier, neutral auf Plus und tief in den roten Zahlen auf Creator.
Der zweite Punkt, der oft übersehen wird: Die Preisspanne zählt. Ein 24,99 $ Shirt mit 4,05 $ Creator-Royalty hat einen Breakeven-ACoS von 16,2 %, also n bisschen mehr Luft als bei 19,99 $. Wer also sowieso an der Preisschraube nach oben dreht, puffert das Creator-Risiko automatisch ab.
6. Warum die EU (noch) entspannt bleiben kann
Gott sei Dank 0 % Änderungen für EU-Seller. Deutschland, UK, Frankreich und der Rest der EU-Marktplätze bleiben nach aktuellem Stand komplett außen vor. Die Royalties sind da eh schon seit November und Dezember 2024 durch den DE-Preis-Cap limitiert, du kannst keine höheren Verkaufspreise mehr einstellen, der Spielraum ist ohnehin eng.
Das ist auch der Grund, warum ich auf DE seit Monaten nur noch Lottery-Kampagnen fahre. Also Ballkampagnen mit allen Designs rein, breitgestreut, hin und wieder fällt ein guter Verkauf durch. Kein Micro-Management mehr, kein Bid-Tuning. Einfach laufen lassen und gucken, was hängenbleibt. In der US-Welt nach dem 1. Juni reicht das nicht mehr aus.
7. Der 4-Schritte-Plan bis zum 18. Mai
Der Stichtag für die Juni-Einstufung ist der 18. Mai 2026, also 60 Tage rückwärts gerechnet ab dem 1. Juni. Du hast grob vier Wochen, um deine Zahlen auf Plus oder Premium zu bringen. Das ist nicht viel Zeit, aber genug, wenn du fokussiert rangehst.
- Mail checken und Status verstehen. Mach die Amazon-Mail „Update to Royalty Terms“ auf oder den MBA Royalty Report. Notiere dir deinen aktuellen Tier und deinen aktuellen Non-organic-Anteil. Ohne diese Zahl planst du blind.
- Top-20-Designs identifizieren. Welche Shirts haben in den letzten 90 Tagen die meisten organischen US-Verkäufe? Das sind deine Ads-Kandidaten, weil Amazon dort schon weiß, dass sie konvertieren.
- Sponsored-Products-Kampagnen aufdrehen. Ziel ist, bei mindestens 15 % Non-organic-Anteil und 10 Units pro Monat zu landen (Plus), besser 35 % für Premium. Bei durchschnittlich 100 Verkäufen im Monat brauchst du nur 15 über Ads. Das ist machbar. Falls du bei den Kampagnen-Grundlagen noch Lücken hast, lies vorher, wie du Amazon Ads richtig aufsetzt.
- Ergebnis am 19. Mai prüfen. Zieh den Non-organic-Anteil der letzten 60 Tage. Liegst du noch unter 35 %, dreh in den letzten Mai-Tagen nochmal auf.
Nach dem 18. Mai ist die Juni-Einordnung in Stein gemeißelt, und du kannst erst zum 1. Juli wieder nachsteuern. Also nutz das Zeitfenster.
8. Was das strategisch für MBA US bedeutet
Amazon verkauft das als „Belohnung für aktive Seller“. In Wahrheit subventionierst du ihre Werbeplattform mit deinem Risiko. Das ist kein Partner-Modell mehr. Amazon verdient eben doppelt, an euren Werbeausgaben und an dem Traffic, den ihr auf die Plattform bringt. Das hat schon ein Geschmäckle, wie man so schön sagt.
Denk das mal kurz durch: Wenn dein ACoS hoch liegt, weil die Nische umkämpft ist, und dein Shirt nur gerade so an der Null-Linie dümpelt, zahlst du Amazon die Werbekosten und Amazon behält zusätzlich den Anteil am Verkaufspreis. Amazon verdient doppelt, einmal am Ads-Budget, einmal an der Marge. Der Seller bleibt mit Risiko und Zeitaufwand sitzen.
Mein Fazit nach 2025: Der US-Markt bleibt die wichtigste MBA-Quelle, aber die Regeln werden härter. Von meinen rund 24.366 € TRAS 2025 (Durchschnitt 2.030 € pro Monat) kamen grob 60 bis 65 % aus den USA. Die Christian-Nische allein hat auf Lifetime-Basis 61 % meiner US-Royaltys gemacht (rund 69.000 $ von 113.000 $). Das sind die Bereiche, in die ich 2026 doppelt Ads-Budget reinpumpe, weil die CPCs dort bei etwa 0,10 $ liegen und bid-sensitiv sind. Und weil einzelne Designs in der Nische sechsstellige Lifetime-Royaltys gemacht haben.
Strategisch heißt das: Wer 2026 MBA US ernst meint, muss Sponsored Products als Pflichtprogramm sehen, nicht als Kür. Wer das nicht tut, wird halbiert. Punkt.
9. Abgrenzung: Nicht mit MBA Upload-Tiers verwechseln
Wichtig zur Klarstellung: Die neuen Amazon Royalty Tiers 2026 haben nix mit den MBA Upload-Tiers (Tier 10, 25, 100, 500, 1.000, 2.000 plus) zu tun, die deine maximale Zahl an Live-Designs bestimmen. Die Upload-Tiers bei Merch on Demand sind ein komplett eigenes System, das sich mit Verkaufs-Historie nach oben steigert. Die Royalty Tiers betreffen deine Tantieme pro verkauftem Shirt, die Upload-Tiers deine Slot-Anzahl. Falls du grad neu einsteigst und dir das System noch fremd ist, lies dir den Merch by Amazon Komplett-Guide 2026 nochmal durch.
10. FAQ: Häufige Fragen zu den Amazon Royalty Tiers 2026
Ab wann gelten die neuen Amazon Royalty Tiers 2026?
Die neuen US-Royalty-Tiers treten am 1. Juni 2026 in Kraft. Amazon hat die Änderung am 14. April 2026 per E-Mail und im MBA Message Center angekündigt. Die Einstufung erfolgt rollierend auf Basis der letzten 60 Tage, der Stichtag für die Juni-Einordnung ist der 18. Mai 2026.
Gelten die Amazon Royalty Tiers 2026 auch für den EU-Markt?
Nein. Die neuen Tiers gelten ausschließlich für den US-Marketplace. Die EU-Marktplätze (Deutschland, UK, Frankreich, Italien, Spanien) bleiben nach aktuellem Stand komplett unverändert. Der DE-Preis-Cap seit November und Dezember 2024 limitiert dort die Royalties ohnehin schon.
Was zählt als Non-organic Traffic bei den neuen Amazon Royalty Tiers 2026?
Als Non-organic Traffic zählt alles, was nicht aus der internen Amazon-Suche kommt: Sponsored Products, Sponsored Brands, externe Ads aus Google, Meta oder TikTok, Social-Media-Posts mit Link, Pinterest-Pins, Newsletter-Links und Blog-Mentions. Realistisch und skalierbar ist für die meisten MBA-Seller nur Sponsored Products.
Wie viel Ads-Traffic brauch ich für das Plus-Tier?
Für das Plus-Tier brauchst du mindestens 15 % Non-organic-Traffic-Anteil und mindestens 10 Unit-Verkäufe pro Monat in den USA. Bei 100 monatlichen Verkäufen reichen also 15 Ads-Sales. Die Einstufung erfolgt rollierend über die letzten 60 Tage.
Lohnt sich das Creator-Tier überhaupt noch?
Im Creator-Tier verlierst du 48 % deiner bisherigen Tantieme pro Shirt, bei einem 19,99 $ Shirt sind das 2,29 $ weniger. Wenn du keine Ads fahren willst oder kannst, musst du entweder Preise deutlich anheben oder das Portfolio ausmisten. Für reine Hobby-Seller bleibt Creator tragbar, für ernsthafte Business-Ansätze ist Plus das Minimum.
Muss ich jetzt externe Ads über Meta oder Google schalten?
Nein. Externe Ads auf Amazon-Listings rechnen sich seit Jahren für die wenigsten Seller, weil du keinen Pixel installieren kannst und die CPAs zu hoch sind. Der realistische Hebel für Non-organic Traffic bleibt Amazon Sponsored Products direkt in der MBA-Oberfläche oder über Tools wie Merch Jar. Einen kompletten Überblick gibt mein Tool-Stack nach 10 Jahren MBA.
Fazit: Aktivität ist ab Juni der Default
Die Amazon Royalty Tiers 2026 markieren einen klaren Kurswechsel: Amazon belohnt Seller, die eigenen Traffic bringen, und bestraft alle anderen. Wer bis zum 18. Mai seine Sponsored-Products-Kampagnen nicht sauber aufsetzt, startet im Juni mit halbierter Marge. Wer aktiv ist, verdient in Plus und Premium sogar mehr als heute. Was schön bleibt: Die EU-Marktplätze sind (noch) außen vor, und wer den US-Markt ernst nimmt, hat jetzt eine klare Handlungsanweisung. Willst du zusätzlich an der Verkaufsseite feilen, hab ich hier 5 Tipps für mehr Verkäufe zusammengefasst.
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