Kurze Antwort: Über die gesamte Laufzeit stehen bei mir 275.036 € Tantiemen aus 74.672 verkauften Produkten (Stand 1. September 2026). 2025 waren es 42.426,45 € aus 14.431 Verkäufen, mein bisher stärkstes Jahr nach Stückzahl. Der Sprung kam mit einer radikalen Strategieänderung: Ich habe die aktive Arbeit am deutschen Markt fast eingestellt und den Fokus auf die USA gelegt.
2025 war für mich das Jahr der Klarheit, 2026 das Jahr, in dem Amazon die Regeln geändert hat. In diesem Artikel zeige ich dir meine echten Zahlen, warum ich in Deutschland nicht mehr aktiv optimiere, und was die neuen Royalty-Groups seit dem 1. Juni 2026 an dieser Rechnung ändern.
Nach über 120.000 verkauften Print-on-Demand Produkten und 10 Jahren im E-Commerce gebe ich dir hier einen ungeschönten Einblick – mit allen Höhen und Tiefen.
Wie viel verdient man mit Amazon Merch on Demand?
Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Auf deine Nischen, deine Design-Qualität, deinen Marktfokus und wie viel Zeit du investierst.
Hier sind meine realen Zahlen der letzten Jahre:
Meine Jahres-Entwicklung (Sales & Royalties):
- 2020: 8.157 Sales – ca. 35.000€ Royalties
- 2021: 10.061 Sales – ca. 39.000€ Royalties
- 2022: 9.428 Sales – ca. 38.000€ Royalties
- 2023: 10.787 Sales – ca. 45.000€ Royalties
- 2024: 11.514 Sales – ca. 39.000€ Royalties
- 2025: 14.431 Sales – 42.426,45 € Royalties

Hand aufs Herz: Das sind ordentliche Nebeneinkünfte, aber kein „schnell reich werden“. Merch on Demand ist ein Marathon, kein Sprint. Die Zahlen zeigen aber auch: kontinuierliches Wachstum ist möglich, wenn du die richtige Strategie fährst.
Wie haben sich meine monatlichen Einnahmen 2025 entwickelt?
Hier meine komplette Monatsübersicht für 2025, du siehst den typischen Jahresverlauf mit dem Q4-Push:


Monatliche Sales 2025:
- Januar: 696 Sales – ca. 2.200€
- Februar: 747 Sales – ca. 2.400€
- März: 933 Sales – ca. 2.800€
- April: 937 Sales – ca. 2.800€
- Mai: 1.171 Sales – ca. 3.100€
- Juni: 1.206 Sales – ca. 3.200€
- Juli: 1.184 Sales – ca. 3.200€
- August: 1.111 Sales – ca. 3.200€
- September: 1.219 Sales – ca. 3.300€
- Oktober: 1.246 Sales – ca. 3.800€
- November: 1.718 Sales – ca. 5.000€
- Dezember: 2.267 Sales – 7.265,66 € Royalty, bei 1.684,72 € Werbekosten und einem ACoS von 21,5 %
Was du siehst: relativ konstantes Wachstum pro Monat, dann der Q4-Spike ab November. Das ist typisch für Merch – Weihnachtsgeschäft boomt.
Wichtig zu verstehen: Die Royalties pro Sale schwanken stark. Im November/Dezember durch Black Friday und Rabattaktionen teilweise nur 0-2€ pro Verkauf statt der üblichen 3-4€. Deshalb: Mehr Sales bedeuten nicht automatisch mehr Gewinn. Da wäre eigentlich mehr Bums drin gewesen.
Und jetzt die Zahl, die in solchen Artikeln fast nie steht: was am Ende übrig bleibt. Royalty ist nicht Gewinn. Hier mein komplettes Jahr 2025:
- 14.431 verkaufte Produkte, davon 1.231 Retouren
- 42.426,45 € Royalties
- 18.060,49 € Werbekosten bei einem ACoS von 25,8 %
- 24.365,96 € netto, also das, was nach Amazon Ads tatsächlich blieb
Vier von zehn Euro Royalty sind wieder in Werbung geflossen. Wenn du irgendwo liest, jemand habe „über 40.000 € mit Merch gemacht“, ist das die Zahl vor Werbung. Frag immer nach der zweiten.
Und noch etwas zeigt das Jahr 2025, weil es meinen Marktwechsel belegt: 7.962 Verkäufe kamen aus den USA, nur 5.246 aus Deutschland. Über meine gesamte Laufzeit liegt Deutschland mit 34.335 zu 33.185 noch vorn, das ist der Bestand aus vielen Jahren. Im laufenden Geschäft hat sich das Verhältnis längst gedreht.
Warum lohnt sich Deutschland für mich nicht mehr?
Klartext: Der deutsche Markt ist für mich als Profit-Fokus aktuell unattraktiv. Das war vor 2-3 Jahren noch anders, aber 2025 hat sich das Bild komplett gewandelt.
Die Probleme mit dem DE-Markt:
- Royalties sind gedeckelt: Die Marge ist von Natur aus begrenzt – du verdienst pro Shirt weniger als in den USA
- Rabattschlachten fressen alles auf: Black Friday, Cyber Week, Prime Day – die Preise fallen so tief, dass teilweise 0€ Royalty übrig bleibt
- Werbung rechnet sich kaum: Bei 1,24 € Tantieme im Median liegt der Breakeven-ACoS zwischen 8 und 11 Prozent. In den USA sind es rund 23 bis 24 Prozent, also der dreifache Spielraum pro Klick
- Viel Bewegung, wenig Gewinn: Du siehst Sales in deinem Dashboard, aber am Ende des Monats bleibt nichts hängen
Was die meisten nicht verstehen: Amazon drückt die Preise in Deutschland extrem. Im März 2025 wurden die Höchstpreise für T-Shirts und Hoodies in Europa gesenkt, das Standard-Shirt liegt jetzt bei maximal 17,99 €. Meine gemessene Tantiemen-Spanne im DE-Konto reicht von 0,48 € bis 2,70 €, im Median liegt sie bei 1,24 €. Bei Rabattaktionen bleiben davon 0 € übrig. Und dann soll ich noch Werbekosten draufpacken?
Mein Fazit: Deutschland ist nicht tot – aber für mich gerade nicht der richtige Fokus. Die Energie, die ich dort reinstecke, bringt woanders deutlich mehr zurück.
Was sind Lottery Campaigns und warum fahre ich nur noch die?
Lottery Campaigns sind mein Minimal-Ansatz für Märkte, die sich nicht mehr lohnen, aber trotzdem ein bisschen was abwerfen können.
So funktioniert’s:
- Alle Designs in eine automatische Kampagne werfen
- Niedriges Tagesbudget (5-10€)
- Kein Keyword-Feintuning, kein ständiges Nachjustieren
- Laufen lassen und ab und zu checken und unprofitable Produkte killen
Der Name kommt daher: Es ist wie Lotto spielen. Manchmal gewinnt ein Design, manchmal nicht. Aber der Aufwand ist minimal.
Das ist kein „Aufgeben“ – das ist ein strategischer Rückzug. Wenn ein Markt die Bedingungen ändert, änderst du deinen Einsatz. Ich verschwende keine Zeit mehr mit Deutschland-Optimierung, die sich nicht auszahlt.
Warum fokussiere ich mich jetzt voll auf die USA?

Ganz einfach: Dort funktioniert es noch. Der US-Markt zeigt konstantes Wachstum, bessere Margen und Werbung, die sich tatsächlich rechnet.
Was die USA besser macht:
- Höhere Royalties: Pro Verkauf bleibt mehr hängen, die Spanne liegt zwischen 2,17 $ und 6,73 $. Seit Juni 2026 hängt sie zusätzlich an deiner Royalty-Group, dazu unten mehr
- Größerer Markt: 330 Millionen potenzielle Kunden vs. 80 Millionen
- Werbung funktioniert: Ein ACoS von 20 bis 25 % ist realistisch, mein Konto liegt aktuell bei 30,5 %
- Weniger aggressive Rabatte: Die Preise bleiben stabiler
- Mehr Nischen: Faith, Sports, Regional – alles performt
Meine US-Performance 2025 zeigt kontinuierliches Wachstum über die letzten Monate. Das bestätigt: Die Entscheidung, mich auf USA zu fokussieren, war richtig.
Meine Winner-Nischen in den USA:
- Faith/Christian (Jesus Designs, Bible Quotes)
- Farm/Country Life (Goats, Chickens, Farming Humor)
- Sports Niches (Archery, Baseball, Heartbeat-Motive)
- Hobby-spezifisch (Quilting, Gardening, RV Life)
Das ist kein Zufall – das ist meine Brand-DNA. Wenn du wissen willst, wie du profitable POD-Nischen findest, schau dir meinen Guide dazu an.
Was die neuen Royalty-Groups seit Juni 2026 an dieser Rechnung ändern
Der ganze Artikel bis hierhin begründet meinen US-Fokus mit den besseren Margen. Genau daran hat Amazon zum 1. Juni 2026 gedreht, und wer das nicht auf dem Schirm hat, rechnet seit Monaten falsch.
Seit diesem Datum zahlt Amazon im US-Markt nicht mehr allen dieselbe Tantieme. Entscheidend ist der Anteil an Traffic, den du selbst auf deine Listings bringst, gemessen rollierend über 60 Tage:
- Creator (unter 15 % eigener Traffic): 2,44 $ bei einem 19,99-$-Shirt, also rund 48 Prozent weniger als vorher
- Plus (ab 15 %, mindestens 10 Verkäufe im Monat): 4,88 $
- Premium (ab 35 %, mindestens 10 Verkäufe im Monat): 5,27 $
Für mich ändert das nichts an der Richtung, aber alles an der Begründung. Von meinen 74.672 Verkäufen kommen 25.475 über Werbung, also rund 34 Prozent. Wer dagegen rein organisch über die Amazon-Suche verkauft, hat im US-Markt seit Juni die halbe Marge verloren. Der Rat „fokussier dich auf die USA“ gilt weiter, aber nur zusammen mit „und schalte dort Werbung“.
Für den deutschen Markt gilt die Änderung ausdrücklich nicht. Die EU-Marktplätze bleiben unverändert. Die komplette Rechnung mit Breakeven-ACoS pro Stufe hab ich hier aufgeschrieben: Amazon Royalty Tiers 2026.
Was ich 2026 anders mache
Die Richtung ist unverändert: US-Merch skalieren und parallel KDP als zweite Säule aufbauen. Dazu kommt seit Juni ein Punkt, den es vorher nicht gab.
Meine Merch-Prioritäten 2026:
- Slots in den USA voll laden
- Winner aggressiv skalieren (Varianten + neue Produkte)
- Deutschland bleibt Nebenkriegsschauplatz mit Lottery Campaigns
- Fokus auf bewährte Nischen: Faith, Farm, Sports
KDP als zweite Säule:
Ich glaube, dass bei Amazon KDP noch große Nachfrage vorhanden ist – besonders in Deutschland. Der Vorteil: Du hast mehr Preis- und Margenkontrolle als bei Merch. Niemand drückt dir den Preis auf 0€.
Kurz gesagt: Merch USA = Wachstum. KDP DE = Profit-Spiel.
Was würde ich Anfängern heute raten?
Basierend auf meinen Erfahrungen aus 2025 hier meine ehrlichen Empfehlungen:
Wenn du mit Merch starten willst:
- Fokussiere dich von Anfang an auf den US-Markt
- Deutschland nur als Bonus mitnehmen, nicht als Hauptfokus
- Investiere in gute Designs – KI-Tools wie Kittl und Flying Research machen es einfacher denn je
- Lerne die Basics von Amazon Ads, aber übertreib es nicht
- Hab realistische Erwartungen: Die ersten 1.000€/Monat dauern
Was du vermeiden solltest:
- Zu viel Zeit in den DE-Markt stecken
- Aggressive Ads ohne Tracking fahren
- Auf „schnelles Geld“ hoffen – das ist ein langfristiges Business
- Designs hochladen und vergessen – du musst optimieren
Häufige Fragen zu Amazon Merch on Demand Einnahmen
Wie viel verdient man durchschnittlich mit Merch on Demand?
Die meisten verdienen zwischen 0 und 500€ pro Monat. Mit konsequenter Arbeit über 1-2 Jahre sind 1.000-3.000€ monatlich realistisch. Meine 3.500 bis 5.000 € pro Monat sind das Ergebnis von Jahren Aufbauarbeit, allein bei Merch on Demand 74.672 verkaufte Produkte und über 120.000 auf allen Print-on-Demand-Plattformen zusammen.
Lohnt sich Amazon Merch on Demand 2026 noch?
Ja, aber mit der richtigen Strategie und einem Auge auf die neuen Royalty-Groups. Der US-Markt funktioniert weiterhin gut, seit Juni 2026 aber nur noch dann richtig, wenn du eigenen Traffic auf deine Listings bringst. Deutschland ist margenseitig schwieriger geworden, dafür ist der Wettbewerb dünner.
Wie lange dauert es, bis man Geld verdient?
Der erste Verkauf kann nach wenigen Wochen kommen. Bis du regelmäßig 500€+ pro Monat verdienst, dauert es typischerweise 6-12 Monate bei konsequenter Arbeit. Geduld ist der Schlüssel.
Brauche ich Amazon Ads für Merch on Demand?
Nicht zwingend am Anfang. Organische Sales sind möglich, besonders mit guten Keywords und Nischen. Ads beschleunigen das Wachstum, aber nur wenn sie profitabel laufen. In Deutschland rate ich aktuell von aggressiven Ads ab.
Was ist besser: Deutschland oder USA als Markt?
Für schnelles Wachstum eindeutig die USA: größerer Markt, höhere Margen, stabilere Preise. Das ist aber kein Urteil über Deutschland an sich. Über meine gesamte Laufzeit steht amazon.de mit 34.335 Verkäufen sogar knapp vor amazon.com mit 33.185. Der deutsche Markt hat mich groß gemacht, er trägt heute nur kein aktives Skalieren mehr. Für Einsteiger ist der dünnere Wettbewerb hier weiterhin ein echtes Argument.
Kann man von Merch on Demand leben?
Theoretisch ja, praktisch schwierig als einzige Einnahmequelle. Ich empfehle Merch als Standbein neben anderen Einkommensquellen wie KDP und Investments. Diversifikation ist der Schlüssel.
Fazit: Merch on Demand bleibt relevant – mit der richtigen Strategie
2025 war mein stärkstes Merch-Jahr nach Stückzahl, mit 14.431 verkauften Produkten und 42.426,45 € Royalties, von denen nach Werbekosten 24.365,96 € übrig blieben. Und das auch nur, weil ich radikal umgedacht habe. Deutschland aufgeben, USA fokussieren, Lottery Campaigns statt Overengineering.
Die Schach-Analogie passt perfekt: Wenn auf der linken Brettseite (Deutschland) alle Linien zu sind, hör auf dort zu drücken. Bring alle Figuren auf die offene Linie rechts (USA) und verdopple dort.
Für den Rest von 2026 heißt das: US-Slots voll, Winner skalieren, den Anteil an Non-organic Traffic über der Plus-Schwelle halten, und parallel KDP als zweite Profit-Säule aufbauen.
Dein nächster Schritt: Wenn du lernen willst, wie du mit Print-on-Demand und KDP ein echtes Nebeneinkommen aufbaust, schau dir Success on Demand an. Dort zeige ich dir den kompletten Weg – von der Nischenfindung bis zur Skalierung.


