Der 2. Februar 2025 markierte einen Meilenstein für alle, die Künstliche Intelligenz (KI) nutzen. Mit dem Inkrafttreten der ersten Pflichten aus dem EU AI-Act wird die Nutzung von KI transparenter und klarer geregelt.
Doch was bedeutet das konkret für dich, wenn du KI-generierte Bilder erstellst oder nutzt? In diesem Blogartikel (aktualisiert im Februar 2026) erfährst du alles, was du wissen musst – von den rechtlichen Anforderungen bis hin zu praktischen Tipps, wie du dich vorbereiten kannst.
Warum gibt es jetzt eine Kennzeichnungspflicht für KI-Bilder?
Die EU hat mit dem AI-Act, dem weltweit ersten umfassenden Gesetz für Künstliche Intelligenz, einen einheitlichen Rechtsrahmen geschaffen. Ziel ist es, Innovation zu fördern, Risiken zu minimieren und die Rechte der Menschen zu schützen.
Am 1. August 2024 ist das Gesetz offiziell in Kraft getreten und wird zwei Jahre später, am 2. August 2026, vollständig anwendbar sein, mit einigen Ausnahmen:
- Verbote und Verpflichtungen zur KI-Kompetenz traten am 2. Februar 2025 in Kraft
- Die Governance-Regeln und Verpflichtungen für allgemeine KI-Modelle treten am 2. August 2025 in Kraft.
- Für die Regeln für Hochrisiko-KI-Systeme – eingebettet in regulierte Produkte – gilt eine verlängerte Übergangsfrist bis zum 2. August 2027.
Das Ziel der Kennzeichnungspflicht ist es, Transparenz zu schaffen und sicherzustellen, dass Nutzer erkennen können, wenn ein Bild oder ein Inhalt von einer KI erstellt wurde.
Besonders im Fokus stehen dabei sogenannte Deep Fakes und Inhalte, die öffentliche Angelegenheiten betreffen.
Wann musst du KI-Bilder kennzeichnen?
Nicht jedes KI-generierte Bild muss automatisch als solches gekennzeichnet werden. Die Verpflichtung zur Kennzeichnung tritt nur in bestimmten Fällen ein. Hier ein Überblick:
1. Deep Fakes
- Erstellst du Inhalte, die reale Personen imitieren oder täuschend echt wirken, musst du diese als KI-generiert kennzeichnen.
- Ziel ist es, Manipulation und Täuschung zu vermeiden, insbesondere bei Videos, Fotos oder Audioinhalten, die als echt wahrgenommen werden könnten.
2. Inhalte mit gesellschaftlicher Relevanz
- Generierst du Bilder oder andere Inhalte zu Themen von öffentlicher Bedeutung – wie Politik, Klima oder Gesundheit –, ist ebenfalls eine Kennzeichnung erforderlich.
- Damit soll verhindert werden, dass KI-Inhalte das Vertrauen in Informationen und Medien untergraben.
3. Keine allgemeine Pflicht für Print-on-Demand
Hier wurde im Vorfeld schon viel gemunkelt und tatsächlich bin ich sehr dankbar, dass wir nichts kennzeichnen müssen. Es sei denn, du hast Content von gesellschaftlicher Relevanz. Aber das normale Amazon KDP oder Merch on Demand Business, sowie die 99% der meisten Shopify Print-on-Demand Shops sind hier meiner Meinung nach außen vor.
Trotzdem kannst du natürlich proaktiv etwas unternehmen, wenn du das möchtest. Hier sind noch weitere Tipps.
Aktueller Stand Februar 2026: Was gilt jetzt?
Seit dem 2. Februar 2025 gelten die ersten Pflichten des EU AI-Act. Seit dem 2. August 2025 sind zusätzlich die Governance-Regeln und Verpflichtungen für allgemeine KI-Modelle in Kraft. Das bedeutet konkret:
- KI-Anbieter wie OpenAI, Google oder Midjourney müssen ihre Modelle registrieren und Transparenzanforderungen erfüllen
- KI-Nutzer (also du als Print-on-Demand Seller) musst Deep Fakes und gesellschaftlich relevante KI-Inhalte kennzeichnen
- Ab August 2026 wird der AI-Act vollständig anwendbar – dann gelten auch die Regeln für Hochrisiko-KI-Systeme
Für dein Print-on-Demand Business bedeutet das: Solange du keine Deep Fakes erstellst und keine gesellschaftlich relevanten Inhalte generierst, bist du auf der sicheren Seite. Normale T-Shirt-Designs, Buchcover und Grafiken für Merch on Demand oder Amazon KDP sind nicht kennzeichnungspflichtig.
Welche KI-Tools nutzen Print-on-Demand Seller?
Die meisten POD-Seller arbeiten mit folgenden KI-Tools:
- ChatGPT / DALL-E – Für Bilder und Designideen
- Kittl – T-Shirt-Designs mit integrierter KI (Flux 1.1 Pro)
- Canva – Dream Lab für einfache KI-Grafiken
- Midjourney – Hochwertige, künstlerische Grafiken
- Ideogram – Besonders gut für Text in Designs
All diese Tools fallen unter den EU AI-Act als „allgemeine KI-Modelle“. Die Kennzeichnungspflicht liegt jedoch beim Nutzer (also bei dir), nicht beim Tool-Anbieter. Die gute Nachricht: Für kommerzielle KI-Grafiken im POD-Bereich besteht in den allermeisten Fällen keine Kennzeichnungspflicht.
So bereitest du dich optimal vor und bleibst rechtlich auf der sicheren Seite
Um sicherzustellen, dass du die neuen Regelungen einhältst, kannst du bereits jetzt aktiv werden. Hier sind drei Schritte, die dir helfen, vorbereitet zu sein:
1. Prüfe und dokumentiere deine Prozesse
- Welche KI-Systeme nutzt du aktuell? Mache eine Bestandsaufnahme und überprüfe, welche Tools du verwendest und wie du sie einsetzt.
- Dokumentiere, welche Bilder oder Inhalte KI-generiert sind und ob sie potenziell kennzeichnungspflichtig sein könnten.
2. Vermeide rechtliche Grauzonen
- Halte dich stets an die Nutzungsbedingungen der KI-Plattformen. Diese legen häufig fest, ob du die generierten Inhalte kommerziell nutzen darfst.
- Bei Unsicherheiten lohnt es sich, die Lizenzbedingungen der Tools zu studieren oder rechtlichen Rat einzuholen.
3. Optimiere deine Transparenz
- Auch wenn nicht immer eine Kennzeichnungspflicht besteht, ist es sinnvoll, freiwillig transparent zu sein. Dies zeigt, dass du verantwortungsvoll mit KI umgehst, und stärkt das Vertrauen deiner Kunden oder Follower.
- Wobei das natürlich stark davon abhängig ist, ob du mit eigenem Shop unterwegs bist oder Marktplätze nutzt. Bei Marktplätzen hast du wenig Möglichkeiten und das halte ich auch nicht für sinnvoll.
Häufig gestellte Fragen zur KI-Kennzeichnungspflicht
Muss ich KI-Bilder auf Amazon KDP oder Merch on Demand kennzeichnen?
Nein, für normale kommerzielle Produkte wie T-Shirt-Designs, Buchcover oder Malbuchseiten besteht keine Kennzeichnungspflicht. Die Pflicht gilt nur für Deep Fakes und Inhalte mit gesellschaftlicher Relevanz (Politik, Gesundheit etc.).
Was passiert, wenn ich KI-Bilder nicht kennzeichne?
Bei Verstößen gegen die Kennzeichnungspflicht drohen Bußgelder. Die genaue Höhe hängt von der Schwere des Verstoßes ab. Für normale Print-on-Demand Produkte ist das aber in der Regel nicht relevant, da hier keine Kennzeichnungspflicht besteht.
Gilt die Kennzeichnungspflicht auch für KI-bearbeitete Bilder?
Die Kennzeichnungspflicht betrifft primär Inhalte, die „im Wesentlichen“ von KI generiert wurden. Wenn du ein Foto nur leicht mit KI bearbeitest (z.B. Hintergrund entfernen), fällt das in der Regel nicht darunter. Bei komplett KI-generierten Bildern, die als Deep Fake eingestuft werden könnten, schon.
Ab wann gilt die vollständige Kennzeichnungspflicht des EU AI-Act?
Der EU AI-Act wird ab dem 2. August 2026 vollständig anwendbar sein. Die Kennzeichnungspflicht für Deep Fakes und KI-generierte Inhalte gilt jedoch bereits seit dem 2. Februar 2025. Für Hochrisiko-KI-Systeme gibt es eine verlängerte Frist bis August 2027.
Muss ich in meinem Shopify-Shop KI-Designs kennzeichnen?
Für kommerzielle Produktdesigns besteht keine allgemeine Kennzeichnungspflicht. Wenn du jedoch KI-generierte Produktbeschreibungen oder -bilder zu gesellschaftlich relevanten Themen erstellst, solltest du diese kennzeichnen. Im Zweifel hilft proaktive Transparenz.
Fazit: Transparenz schafft Vertrauen
Die Kennzeichnungspflicht für KI-Bilder ist nicht nur ein Schritt in Richtung mehr Regulierung, sondern auch eine Chance, Verantwortung zu zeigen.
Indem du transparent mit KI-generierten Inhalten umgehst, stärkst du nicht nur das Vertrauen deiner Kunden, sondern sicherst dich auch rechtlich ab.
Der EU AI-Act mag zwar komplex wirken, aber mit der richtigen Vorbereitung und klaren Prozessen kannst du die neuen Anforderungen mühelos meistern.
Jetzt ist die Zeit, um aktiv zu werden: Prüfe deine Prozesse, informiere dich über die gesetzlichen Vorgaben und zeige, dass du KI verantwortungsvoll nutzt.

![KI-Kennzeichnungspflicht 2026: Was Print-on-Demand Seller wissen müssen [EU AI-Act Guide] 2 Kennzeichnungspflicht für KI-Bilder 2025](https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-2025.webp 1792w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-2025-300x171.webp 300w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-2025-1024x585.webp 1024w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-2025-768x439.webp 768w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-2025-1536x878.webp 1536w)
![KI-Kennzeichnungspflicht 2026: Was Print-on-Demand Seller wissen müssen [EU AI-Act Guide] 3 Kennzeichnungspflicht für KI Bilder](https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder.webp 1792w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-300x171.webp 300w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-1024x585.webp 1024w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-768x439.webp 768w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-1536x878.webp 1536w)
![KI-Kennzeichnungspflicht 2026: Was Print-on-Demand Seller wissen müssen [EU AI-Act Guide] 4 EU Kennzeichnungspflicht für KI Bilder bei Deep Fakes](https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/EU-Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-bei-Deep-Fakes.webp 1792w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/EU-Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-bei-Deep-Fakes-300x171.webp 300w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/EU-Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-bei-Deep-Fakes-1024x585.webp 1024w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/EU-Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-bei-Deep-Fakes-768x439.webp 768w, https://danielgaiswinkler.com/wp-content/uploads/2025/01/EU-Kennzeichnungspflicht-fuer-KI-Bilder-bei-Deep-Fakes-1536x878.webp 1536w)
